Umgang mit Krankheit

Schwere Erkrankungen, wie z.B. die Multiple Sklerose oder Krebs, lassen den Menschen nicht mehr teilhaben an dem »normalen« Leben der Gesellschaft.
Von vielen Dingen sind sie von nun an ausgeschlossen oder schließen sich selber aus, weil sie nicht mehr in diese aktive Welt zu passen meinen.
Allzu leicht kommt das Gefühl auf, wertlos zu sein, keine Bedeutung mehr zu haben für diese Welt. Die Frage nach dem Sinn wird dabei oft zur quälenden Frage.
Es ist wichtig, über solche Gefühle der Wertlosigkeit, der Ohnmacht und Lebensmüdigkeit sprechen zu können, damit sie den Menschen nicht von innen her auffressen.

 

Im gemeinsamen Gespräch ist mir wichtig, dass der kranke Mensch erkennen kann, wo Schritte zu einer inneren Lebendigkeit möglich sind, damit die äußeren Grenzen nicht das gesamte Lebensgefühl bestimmen. Auch ist es für kranke Menschen sehr wichtig, die unscheinbaren Dinge ihres Lebens achten und lieben zu lernen, achtsam zu werden für den Augenblick und seine Geschenke.
Aber auch schon »kleine« Krankheiten können das Leben eines Menschen empfindlich stören, wenn er/sie nicht die Botschaft zu hören vermag, die darin verborgen liegt.
Auch macht die Angst vor einer schweren Krankheit manchen Menschen seelisch krank, obgleich er oder sie doch voll im Leben steht. Diese Ängste zu benennen und gemeinsam anzuschauen, nimmt ihnen bereits ihre lebensfeindliche Kraft.