Sinn kann nicht gegeben, er muss gefunden werden

Immer wieder gibt es im Leben der Menschen Zeiten, in denen sie nicht wissen, warum sie da sind und keinen Sinn in ihrem Leben sehen. Das Bedrückendste ist nicht die Situation, in der sie stecken, sondern das Gefühl der Sinnlosigkeit.
Sie können nicht sehen, dass das Leben selbst, jeder Atemzug, jede Bewegung voller Sinn ist.
Sie bringen »Sinn« nur mit Leistung, nur mit Tun in Verbindung. Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, geht davon aus, dass dem Menschen ein »Wille zum Sinn« innewohnt, der immer wieder freigelegt werden muss.
Denn viele Menschen sind in sich gefangen, kreisen mit ihren Gedanken und Gefühlen nur um sich selber und ihre Befindlichkeit, statt sich mutig und selbstvergessen zur Welt hin zu öffnen und ihr Bestes in sie hinein zu verströmen.
Sie wollen sich schützen, statt Werte aufzubauen, zittern ums Geliebtwerden, statt sich liebend zu verschenken.
Doch das Leben ruft sie, selbst noch auf das Sinnwidrige und scheinbar Sinnlose, Sinn erfüllte Antworten zu finden, denn nach Frankl gibt es keine Lebenssituation, die wirklich sinnlos wäre. Das Leben selbst ist der Sinn. Selbst im unabwendbaren Leid kann noch Sinn gefunden werden, so verwirklichen wir das Menschlichste im Menschen, wir reifen und wir wachsen.

Die Beratungsgespräche bieten den Raum, dass ein Mensch, der sich selber vielleicht schon aufgegeben hat, wieder beginnt, nach diesem Leben spendenden Sinn zu suchen, der schon in seinem Sein begründet liegt.